
Permakultur Bildungsgarten
Yéviépé bei Kpalimé, Westen Togos
Unsere Projektpartner von GAVISA betreiben einen Gemüsegarten am Dorfrand von Yéviépé nach Prinzipien der Permakultur. Der 1200 qm große Garten ist zugleich ein Bildungsort für innovativen, nachhaltigen Gemüseanbau.
Das Problem
Die Nachfrage nach Gemüse und insbesondere Biogemüse ist in Togo hoch. Doch während die Kooperative von GAVISA in der Regenzeit ihr Gemüse zum Teil bis in die Hauptstadt Lomé verkauft, mangelt es in der Trockenzeit an frischem Gemüse und die hohe Nachfrage kann nicht bedient werden. Zudem ist Wissen über nachhaltigen Gemüseanbau, insbesondere mit samenfestem Saatgut, wenig verbreitet.

Der Lösungsansatz
Anstatt die Flächen für den Gemüseanbau auf der Farm GAVISA zu erweitern, entschieden sich unsere Projektpartner, eine Anbaufläche am Rande des Dorfes Yéviépé zu nutzen. Die ungenutzte Fläche war im Laufe der Zeit vermüllt worden und wird nun gemeinsam von Schüler:innen und Freiwilligen aus Yéviépé schrittweise in einen fruchtbaren Permakultur-Garten verwandelt.
Doch bis im Garten die ersten Gemüsesorten unter Büschen und Bäumen wachsen können, musste zunächst einiges getan werden. Die erste Projektphase begann im November 2021: Das Grundstück wurde gründlich von Müll und Unrat befreit.
Der Boden wurde aufgelockert und die Beete wurden terrassenförmig angelegt, um auf dem abschüssigen Gelände die Bodenerosion zu verhindern. Im Januar 2022 wurde das Grundstück eingezäunt, da die jungen Pflanzen gegen die umherlaufenden, gefräßigen Ziegen und Schweine sonst keine Chance hätten. Die Beete wurden mit organischem Material abgedeckt und mit natürlichem Dünger angereichert. Der Zaun wurde mit Rankpflanzen (u.a. Passionsfrucht) bepflanzt und Setzlinge von Sträuchern gezogen, die zwischen die Beete gepflanzt werden.
In Projektphase 2 wurde das Bewässerungssystem für den Garten aufgebaut. Dafür mussten ein Stromanschluss bereitgestellt, eine Pumpe im nahegelegenen Fluss installiert und viele Meter Schläuche verlegt werden. Das Team von GAVISA hat sich für die wassersparende Drip-Technologie entschieden, bei der das Wasser nahe der Wurzeln langsam in den Boden einsickert. Um genügend Wasserdruck zu erreichen, wurde eine solide Plattform für einen Wassertank gebaut.
Mit der dritten Projektphase hat der Gemüseanbau im Garten begonnen. Dafür wird samenfestes Saatgut u.a. aus dem Saatgut-Projekt eingesät. Um die ersten beiden Monate, in denen es noch wenig zu ernten gibt, zu überbrücken, hat Solidarität konkret e.V. je zwei Monatsgehälter des Gärtners und der Helfer:innen in Höhe von insgesamt 285 Euro finanziert. Seitdem läuft der wirtschaftliche Betrieb des Permakultur-Bildungsgartens eigenständig.
Der Garten beginnt bereits seine Wirkung als praktischer Bildungsort für nachhaltigen Gemüseanbau im Sinne der Permakultur zu entfalten. Eine gemeinnützige togolesische Organisation plant mit dem Team von GAVISA die Durchführung einer mehrteiligen Fortbildung für 16 Familien. Um die Familien beim Aufbau kleiner ökonomischer Aktivitäten zu unterstützen, werden ihnen im Permakultur-Bildungsgarten Grundlagen nachhaltigen Gemüseanbaus vermittelt.
Außerdem werden Schüler:innen aus Yéviépé weiterhin einmal wöchentlich im Garten mithelfen und einige Beete selbstständig bewirtschaften, um viel zu lernen und sich gleichzeitig einen Beitrag für ihr Schulgeld zu erwirtschaften. Dies geschieht im Rahmen des Projektes „Schulabbrüche verhindern durch Gemüseanbau“, welches Solidarität konkret e.V. und GAVISA bereits seit einigen Jahren auf der Farm GAVISA erfolgreich durchführen.


Der Permakultur Bildungsgarten in Yéviépé
Unser Beitrag
Wir sind von der Sinnhaftigkeit und der soliden, detaillierten Planung des Projektes überzeugt und suchen dringend Spenden, damit im Bildungsgarten so bald wie möglich frisches Gemüse angebaut werden kann und Menschen lernen können, dies selbst zu tun.
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Weitere Projekte in Landwirtschaft

Schulabbrüche verhindern durch Gemüseanbau
Viele Jugendliche in Yéviépé im Westen Togos müssen wegen Geldmangel die Schule abbrechen. In Kooperation mit der Farm GAVISA hilft Solidarität konkret e.V. zur Selbsthilfe. Durch den Verkauf von selbstangebautem Gemüse können die Schüler:innen sich das fehlende Schulgeld dazuverdienen und nebenbei Nützliches lernen.

Saatgut Projekt
Samenfestes, hochwertiges Saatgut ist unentbehrlich für eine nachhaltige kleinbäuerliche Landwirtschaft. Die Farm GAVISA züchtet und erhält seit Jahren alte und neuere Saatgut-Sorten, welche bestens an lokale Bedingungen angepasst sind. Das Saatgutprojekt verbessert den Zugang von Kleinbäuer:innen zu samenfestem Saatgut und hilft, Kulturtechniken der Saatgutvermehrung weiterzuentwickeln und regional zu verbreiten.

Agroforst-Projekt
Die schleichende Entwaldung ganzer Landschaften ist auch in der Region um Yéviépé ein Problem mit vielen Folgen. Unsere Projektpartner von GAVISA arbeiten seit Jahren erfolgreich mit Agroforst-Methoden. Wir sammeln Spenden, um ihnen zu helfen, ihr Wissen systematisch weiterzugeben und tausende Bäume zu pflanzen.